Darlehensarten
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Forward-Darlehen

Ein Forward-Darlehen sichert Ihnen heute schon den Zinssatz für Ihre Anschlussfinanzierung in 1–5 Jahren. Sinnvoll, wenn Sie steigende Zinsen erwarten und Ihre aktuelle Zinsbindung bald ausläuft – aber mit klaren Kosten und Risiken.


Forward-Darlehen auf einen Blick

bis 60 Monate
Maximaler Vorlauf – Zinssicherung bis zu 5 Jahre im Voraus
0,01–0,03 %/Monat
Typischer Forward-Aufschlag auf den aktuellen Marktzins
0 € sofort
Keine Bereitstellungsprovision während der Vorlaufzeit

Wie funktioniert ein Forward-Darlehen?

Sie schließen das Forward-Darlehen heute ab – es wird aber erst wirksam, wenn Ihre aktuelle Zinsbindung ausläuft. Für diese "Wartephase" berechnet die Bank einen Forward-Aufschlag auf den aktuellen Zins.

Je länger der Vorlauf, desto höher der Aufschlag: Bei 12 Monaten Vorlauf kann der Aufschlag 0,12–0,36 % betragen. Bei 48 Monaten Vorlauf entsprechend 0,48–1,44 %.

Das Kalkül: Wenn der tatsächliche Marktzins zum Zeitpunkt des Ablaufs höher ist als Ihr Forward-Zins, haben Sie gewonnen. Wenn er niedriger ist, haben Sie für Sicherheit bezahlt, die Sie nicht brauchten.

Rechenbeispiel: Forward-Darlehen mit 36 Monaten Vorlauf

Restschuld in 3 Jahren: 200.000 €
Aktueller Marktzins (10J): 3,8 %
Forward-Aufschlag (36 Monate × 0,25 %): + 0,75 %
Ihr Forward-Zins: 4,55 %
Monatliche Rate (ab Anschluss, 2 % Tilgung): ca. 1.092 €

Szenario A – Marktzins steigt auf 5,5 %:
Ohne Forward: Rate ca. 1.250 € → Sie sparen 158 €/Monat = 1.896 €/Jahr

Szenario B – Marktzins bleibt bei 3,8 %:
Ohne Forward: Rate ca. 967 € → Sie zahlen 125 €/Monat mehr = 1.500 €/Jahr für Sicherheit

Ab wann lohnt sich ein Forward-Darlehen?

Ein Forward-Darlehen lohnt sich dann, wenn:

  • Die Zinsen zum Ablaufzeitpunkt höher sind als Ihr Forward-Zins
  • Ihre Restschuld groß ist – je größer, desto mehr macht die Zinsdifferenz aus
  • Sie keine Bereitschaft haben, Zinsschwankungen auszusitzen
  • Ihre persönliche Budgetplanung eine klare Rate benötigt

Es lohnt sich nicht, wenn:

  • Sie absehen, dass die Zinsen sinken
  • Ihre Immobilie evtl. verkauft wird
  • Ihre finanzielle Situation eine Umschuldung ohne Vorfälligkeitsentschädigung erfordert
Häufige Fragen

Forward-Darlehen – Ihre Fragen

Was Sie vor Abschluss eines Forward-Darlehens wissen müssen.

Wie früh kann ich ein Forward-Darlehen abschließen?

In der Regel bis zu 60 Monate (5 Jahre) vor Ablauf der aktuellen Zinsbindung. Je früher der Abschluss, desto höher der Forward-Aufschlag. Bei weniger als 12 Monaten Vorlauf bieten viele Banken den Zins ohne Forward-Aufschlag an.

Kann ich das Forward-Darlehen stornieren?

Nein, das Forward-Darlehen ist verbindlich. Wenn Sie es nicht abrufen – z.B. weil Sie die Immobilie verkauft haben – fällt eine Nichtabnahmeentschädigung an. Diese kann erheblich sein.

Was ist der Unterschied zwischen Forward-Darlehen und Prolongation?

Bei der Prolongation verlängert Ihre aktuelle Bank die Finanzierung zu neuen Konditionen – direkt und ohne Forward-Aufschlag. Beim Forward-Darlehen sichern Sie sich die Konditionen bereits 1–5 Jahre im Voraus – und können auch die Bank wechseln.

Muss es dieselbe Bank sein?

Nein. Sie können ein Forward-Darlehen bei einer anderen Bank abschließen als Ihrer aktuellen Finanzierungsbank. Das ermöglicht echten Konditionswettbewerb – und oft bessere Zinsen.

Was passiert, wenn meine aktuelle Bank mit mir verlängern will?

Eine Prolongation durch Ihre Bank bedeutet keine automatische Bindung. Sie können trotzdem zu einem Forward-Darlehen bei einer anderen Bank wechseln, solange die Entscheidung vor dem Ablauf Ihrer Zinsbindung fällt.

Persönliche Beratung

Sollten Sie jetzt ein Forward-Darlehen abschließen?

Die Entscheidung hängt von Ihrer Restschuld, dem aktuellen Zinsniveau und Ihrer Risikobereitschaft ab. Wir analysieren Ihre individuelle Situation und sagen Ihnen klar, ob ein Forward-Darlehen heute sinnvoll ist.

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Vorteile

  • Volle Zinssicherheit für die Anschlussfinanzierung – Sie kennen Ihre künftige Rate bereits heute
  • Bis zu 60 Monate Vorlauf möglich – ideal bei langer Restlaufzeit der aktuellen Zinsbindung
  • Kein Kapitaleinsatz nötig – das Darlehen wird erst zum vereinbarten Zeitpunkt wirksam
  • Schutz vor kurzfristigen Zinsanstiegen, die kurz vor Ablauf auftreten

Nachteile

  • Forward-Aufschlag verteuert den Zins: ca. 0,01–0,03 % pro Monat Vorlaufzeit
  • Verbindlich – auch wenn die Marktzinsen fallen, sind Sie an den vereinbarten Zins gebunden
  • Vorfälligkeitsentschädigung bei vorzeitigem Ausstieg
  • Falsche Zinsprognose kostet Geld – keine Garantie, dass Zinsen tatsächlich steigen

Für wen geeignet?

Anschlussfinanzierer mit Zinssorgung

Wer in 1–3 Jahren eine Anschlussfinanzierung benötigt und Angst vor steigenden Zinsen hat, sichert sich mit einem Forward-Darlehen heute den aktuellen Zins – plus Forward-Aufschlag.

Eigennutzer mit großer Restschuld

Je höher die Restschuld bei Zinsbindungsablauf, desto mehr kostet ein Zinsanstieg. Bei 200.000 € Restschuld macht 1 % Zinsdifferenz 2.000 € Mehrkosten pro Jahr aus.

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