Darlehensarten
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Bauspardarlehen

Ein Bauspardarlehen kombiniert einen Sparvertrag mit einem zinsgünstigen Kredit zu von Beginn an festgelegten Konditionen. Erst ansparen, dann tilgen – mit maximalem Schutz vor Zinssteigerungen und staatlicher Förderung obendrauf.


Bauspardarlehen auf einen Blick

40–50 %
Mindestansparquote der Bausparsumme vor der Zuteilung
7–12 Jahre
Typische Wartezeit bis zur Darlehensauszahlung
ab Vertrag fix
Darlehenszins wird beim Abschluss festgelegt – unveränderlich

Wie funktioniert ein Bauspardarlehen?

Ein Bausparvertrag funktioniert in zwei klar getrennten Phasen:

Phase 1 – Ansparphase:
Sie zahlen monatlich in den Bausparvertrag ein, bis ca. 40–50 % der vereinbarten Bausparsumme angespart sind. Das Guthaben wird mit einem Zinssatz von meist 0,1–0,5 % p.a. verzinst. Gleichzeitig werden staatliche Prämien gutgeschrieben.

Phase 2 – Darlehensphase:
Nach Zuteilung erhalten Sie das Restdarlehen (50–60 % der Bausparsumme) zum vertraglich festgelegten Zinssatz – unabhängig davon, wie die Marktzinsen sich entwickelt haben. Das ist das entscheidende Alleinstellungsmerkmal des Bauspardarlehens.

Rechenbeispiel: Bausparsumme 120.000 €

Bausparsumme: 120.000 €
Ansparphase: 10 Jahre, monatlich ca. 420 €
Angespartes Guthaben nach 10 Jahren: ca. 50.400 € + Zinsen + Prämien
Bauspardarlehen: ca. 70.000 €
Darlehenszinssatz: 2,25 % p.a. (vertraglich fixiert bei Abschluss)
Tilgungsphase: ca. 10 Jahre, Rate ca. 650 €/Monat
Gesamtlaufzeit: ca. 20 Jahre

Vergleich mit Marktzins:
Wenn der Marktzins in 10 Jahren bei 4,5 % liegt, zahlen Sie bei 70.000 € Darlehen:
Mit Bausparvertrag (2,25 %): ca. 325 €/Monat
Ohne Bausparvertrag (4,5 %): ca. 456 €/Monat
Ersparnis: 131 €/Monat = 1.572 €/Jahr

Staatliche Förderungen für Bausparverträge

Wohnungsbauprämie:
10 % auf eingezahlte Beiträge bis 700 € p.a. (Alleinstehende) bzw. 1.400 € p.a. (Verheiratete) → maximale Prämie: 70 € / 140 € p.a.
Einkommensgrenze: 35.000 € zu versteuerndes Einkommen (Alleinstehende) / 70.000 € (Verheiratete)

Arbeitnehmersparzulage:
9 % auf Vermögenswirksame Leistungen (VL), die in einen Bausparvertrag fließen. Maximale VL-Einzahlung: 470 € p.a. → maximale Zulage: 43 € p.a.
Einkommensgrenze: 17.900 € (Alleinstehende) / 35.800 € (Verheiratete)

Häufige Fragen

Bauspardarlehen – Ihre Fragen

Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Bausparen und Bauspardarlehenl.

Wann lohnt sich ein Bausparvertrag wirklich?

In Hochzinsphasen ist ein alter Bausparvertrag mit niedrigem Darlehenszins Gold wert. In Niedrigzinsphasen ist der Vorteil geringer, weil die Differenz zum Marktzins kleiner ausfällt. Außerdem lohnt es sich bei langen Planungshorizonten und wenn staatliche Prämien ausgeschöpft werden können.

Wie sicher ist die Zuteilung zum geplanten Zeitpunkt?

Der genaue Zuteilungszeitpunkt ist nicht garantiert – er hängt vom Kollektiv der Bausparkasse ab. Allerdings gibt es Mindestbewertungszahlen, ab denen zugeteilt werden kann. In der Praxis weicht der tatsächliche Zeitpunkt selten mehr als 1–2 Jahre vom Plan ab.

Kann ich einen alten Bausparvertrag für aktuelle Finanzierung nutzen?

Ja. Ein alter Bausparvertrag mit niedrigem Darlehenszins (z.B. 2–3 % aus den 2010er-Jahren) ist bei aktuellen Marktzinsen von 3,5–5 % sehr wertvoll. Lassen Sie sich unbedingt beraten, bevor Sie ihn kündigen – das wäre ein teurer Fehler.

Was passiert, wenn ich die monatlichen Einzahlungen pausieren muss?

Die meisten Bausparkassen erlauben zeitweise Aussetzungen. Allerdings verzögert sich dadurch die Zuteilung. Bei längeren Pausen können Gebühren entstehen. Am besten in den Vertragsbedingungen prüfen.

Bauspardarlehen oder Forward-Darlehen zur Zinssicherung?

Für kurzfristige Zinssicherung (1–5 Jahre) ist das Forward-Darlehen effizienter. Das Bauspardarlehen ist für langfristige Planung (10+ Jahre) und zum Aufbau von Eigenkapital besser geeignet. Beide können kombiniert werden.

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Wir vergleichen Bausparkonditionen verschiedener Anbieter, prüfen Ihren bestehenden Vertrag auf seinen aktuellen Wert und zeigen, wie Bausparen optimal in Ihre Gesamtstrategie passt.

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Vorteile

  • Zinssatz für das Darlehen wird bereits bei Vertragsabschluss festgelegt – unabhängig vom späteren Marktzins
  • Staatliche Förderung möglich: Wohnungsbauprämie (10 % auf Beiträge), Arbeitnehmersparzulage (9 %)
  • In Hochzinsphasen besonders wertvoll – alter Bausparvertrag mit niedrigem Darlehenszins ist ein Asset
  • Keine Bonitätsprüfung bei Zuteilung des Darlehens (Bonität wird nur beim Abschluss geprüft)

Nachteile

  • Lange Wartezeit bis zur Zuteilung: typisch 7–12 Jahre bis das Darlehen ausgezahlt wird
  • Niedrige Verzinsung des Guthabens in der Sparphase (meist 0,1–0,5 % p.a.)
  • Zuteilungszeitpunkt nicht exakt planbar – hängt vom kollektiven Füllfaktor der Bausparkasse ab
  • Vorzeitige Kündigung verlustreich – staatliche Prämien entfallen, Gebühren entstehen

Für wen geeignet?

Langfristig planende Sparer (Kinder, junge Erwachsene)

Wer früh beginnt – z.B. für Kinder oder Enkel –, profitiert von der langen Ansparphase, der staatlichen Förderung und sichert sich den Darlehenszins für eine Immobilie in 10–15 Jahren.

Anschlussfinanzierer in Hochzinsphasen

Ein älterer Bausparvertrag mit 2–3 % Darlehenszins ist in einem Umfeld mit 4–5 % Marktzinsen extrem wertvoll. Wenn Ihre Zinsbindung ausläuft, kann ein solcher Altvertrag bares Geld sparen.

Kombinierer mit KfW oder Annuitätsdarlehen

Viele nutzen Bausparen als Baustein in einer Gesamtstrategie: Annuitätsdarlehen für die Sofortfinanzierung, Bausparvertrag zur langfristigen Absicherung der Anschlusskonditionen.

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